Februar in Berlin. Der Sammler Griesheim wird über einer Skulptur vor der Neuen Nationalgalerie geopfert. Vier Tage später zerfetzt eine Handgranate seinen Anwalt Eisner in einer Installation von Joseph Beuys. Für Staatsanwaltschaft und LKA ist schnell ein Zusammenhang mit Griesheims Sammlung im Hamburger Bahnhof evident, nicht jedoch für Hedwig Baur. Die Reporterin meint, hinter den Morden ein krankhaftes Kunstverständnis zu erkennen. Auf der Jagd nach Beweisen für ihre Annahme findet sie sich wieder in den Fallstricken hauptstädtischer Kunstmarktpolitik.

Leseproben
Hedwig Baurs erster Fall – Mord als Kunst betrachtet
Mein Blick blieb an einem seltsamen Schein vorne an der Nationalgalerie hängen. Als ob dort ein Feuer brannte. Aber wer sollte morgens um fünf, an diesem verlassenen Ort etwas anzünden wollen? Aber das Bild blieb, vor dem schwach beleuchteten Gebäudesockel des Museums flackerte ein Feuer. Genaueres ließ sich auf die Entfernung nicht erkennen. Also tappte ich leise in die Ankleide und packte mich in meinen Lammfellmantel und die dicken Räven-Stiefel.…
Hedwig Baurs zweiter Fall – Cum-fake
Die Enge im Kofferraum war unerträglich. Paul, mit dem er in Löffelposition eng aneinandergepresst lag, stank nach Schweiß! Oder war er das selbst? Natürlich hatte er Angst! Dabei war er überhaupt nicht gefordert, er brauchte nichts zu tun und trotzdem ‑ das Risiko! Wie ein Mantra sagte er sich vor, dass er nur auf Paul aufzupassen brauchte. Weiter nichts. Nur aufpassen, dass Paul funktionierte. Das sollte er hinkriegen, oder?
Über Hedwig
Hedwig Baur ist eine freie Journalistin. Sie lebt am Landwehrkanal in Berlin in einer Lebensgemeinschaft mit Czák – Kneipier und Hedwigs Verbindung in Szenen jenseits von Recht und Ordnung –, mit Martha Ransmayer – Betreiberin der „Öko-Tussis“ und laut Czák, beste Köchin diesseits des Mississippi – und mit Marthas 7-jähriger Tochter Lili – Mural-Kennerin und Philosophin. Für ihre Reportage „Kabul – die erloschenen Lichter einer Stadt“ erhielt Hedwig 2008 den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis.
Biografie
Adele Boiger wurde in Niederbayern geboren. Nachdem sie mit fünfzehn die Schule verlassen hatte, arbeitete sie als Kellnerin und Sekretärin in London und Frankfurt am Main. Seit eineinhalb Jahren schreibt sie hauptberuflich. Sie hat einen Abschluss in Literatur und Soziologie vom J.F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin.
